Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin
Herzlich willkommen in unserer Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin. Gerne stellen wir Ihnen unsere Klinik und deren Aufgaben vor.
Das Wort Anästhesie hat seinen Ursprung im Griechischen und bedeutet „ohne Wahrnehmung“. Die Anästhesiologie ist noch eine junge Fachdisziplin, die Fachgesellschaft “DGAI” wurde erst 1953 gegründet und unterliegt somit weiterhin dem ständigen Wandel des medizinischen Fortschritts. Aus der ursprünglichen Funktion heraus, Patientinnen und Patienten eine schmerzfreie Operation zu ermöglichen, hat sich die Fachdisziplin stetig weiterentwickelt. Heutzutage erfüllen Anästhesistinnen und Anästhesisten weitreichende Aufgaben in den Bereichen Operationssaal, Intensivstation, Notfallversorgung und Schmerztherapie.
Sie übernehmen zunehmend die Funktion eines Perioperativmediziners und sind verantwortlich für unterschiedlichste Teilbereiche der Patientenversorgung. Die Patientensicherheit und den Patientenkomfort stets im Blick, unterstützen Anästhesistinnen und Anästhesisten bereits vor der Operation im Rahmen der Prämedikation mit ihrer Expertise die optimale Vorbereitung des Patienten oder der Patientin zur Operation. Aus den häufig verschiedenen möglichen Narkoseformen wählen wir individuell, gemeinsam mit den uns anvertrauten Menschen, das beste Narkoseverfahren aus. Dabei werden sowohl die relevanten Vorerkrankungen als auch individuellen Vorlieben berücksichtigt. Moderne Narkoseverfahren unter Beachtung aktueller Leitlinien sorgen für eine rasche Erholung von der Operation und vermeiden Komplikationen. Der Anästhesist begleitet die Patientinnen und Patienten engmaschig bei jedem Schritt des Behandlungsablaufs und sorgt nach der Operation durch eine optimale Schmerztherapie für eine schnelle und angenehme Genesung.
Vertrauen Sie auf unsere Fachkompetenz, so dass Sie sich sorgenfrei auf Ihre Genesung konzentrieren können. Wir sind gerne vor, während und nach der Operation zuverlässig für Ihre Belange zur Stelle.
Fachinformationen
für Ärztinnen und Ärzte oder interessierte Patientinnen und Patienten
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
untenstehend haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zur intensivmedizinischen Behandlung Ihrer uns anvertrauten Patientinnen und Patienten zusammengestellt.
Mit unserer individuellen und hochstandardisierten Narkoseplanung verfolgen wir gleich mehrere Ziele.
Im Rahmen der Prämedikationsvisite erfolgt zusätzlich ein routinemäßiges Screening der Patienten auf das Vorliegen eines Risikos für perioperatives Delir. Wird ein entsprechendes Risiko detektiert, wird der Patient einem gesonderten Behandlungspfad zugeführt, um eine Minimierung der perioperativen Delirinzidenz zu erreichen.
Unsere Vollnarkosen werden fast ausschließlich als „total intravenöse Anästhesien – TIVAs“ durchgeführt. Wir sind überzeugt, dass dadurch der Patientenkomfort gesteigert und eine rasche postoperative Erholung erreicht werden kann. Durch den angestrebten Verzicht auf Narkosegase werden wir auch den aktuellen ökologischen Anforderungen gerecht und reduzieren die klimaschädliche Umweltbelastung.
Bei jeder Vollnarkose wird die Narkosetiefe routinemäßig mittels kontinuierlicher EEG-Ableitung gesteuert. Somit können wir die Narkosedosis präzise Patienten adaptiert steuern und zu tiefe Narkosen, die ein negativen Behandlungsverlauf bedingen, werden bestmöglich vermieden.
Gerne kombinieren wir die Vollnarkose mit einem Regionalanästhesieverfahren oder erreichen die Schmerzfreiheit sogar ausschließlich durch die Verwendung der Regionalanästhesie unter Verzicht auf die Allgemeinanästhesie. Somit erreichen wir eine rasche postoperative Erholung und optimalen Patientenkomfort. Unser Ziel ist es, die Anforderungen des „Early Recovery After Surgery (ERAS) – Konzepts“ bestmöglich zu erfüllen. Katheter gestützte kontinuierliche Schmerztherapien bedingen postoperativ optimale Schmerzlinderung und regelmäßige anästhesiologische Visiten im Rahmen der postoperativen Schmerztherapie.
Nach der frühpostoperativen Stabilisierung und Zuwendung für den Patienten im Aufwachraum erfolgt ein routinemäßiges Risikoscreening vor Verlegung auf die Pflegestation. Patienten mit einem potentiell erhöhten Risiko für postoperative Komplikationen werden identifiziert und für eine erneute postoperative Visite durch den Anästhesisten auf der Pflegestation vorgesehen.
Sollte die standardisierte postoperative Schmerztherapie nicht ausreichen, eine zufriedenstellende Schmerzlinderung beim Patienten zu erreichen, steht rund um die Uhr ein Ansprechpartner für eine Akutschmerztherapie bereit.
Auf unserer interdisziplinären Intensivstation unter anästhesiologischer Leitung werden sowohl die operativen als auch konservativen Behandlungsfälle aus allen Fachbereichen des Hauses versorgt. Das Behandlungsteam setzt sich dabei zusammen aus einem anästhesiologischen Oberarzt und Assistenz-/ Fachärzten aus den Kliniken der Inneren Medizin, Kardiologie und Anästhesiologie. Tägliche interdisziplinäre Ober- und Chefarztvisiten ermöglichen eine umfangreiche ärztliche Einschätzung des Behandlungsverlaufs aus den fachlich unterschiedlichen Perspektiven und sichern eine optimale Planung der Intensivtherapie.
Im Rahmen der täglichen Morgenbesprechung wird der geplante Tagesablauf interdisziplinär skizziert, an der Besprechung nehmen auch Physiotherapeuten, Sozialdienst und Bettenmanagement teil, so dass ein optimales Schnittstellenmanagement erreicht wird. Regelmäßige Teamsitzungen mit dem Leitungsteam der Pflege sichern eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen. Im Rahmen von Fallbesprechungen werden besondere Behandlungsverläufe interdisziplinär diskutiert, was sowohl für die Ausbildung der Mitarbeiter als auch für die Weiterentwicklung der Behandlungsprozesse dienlich ist.
Wöchentliche Fortbildungen sowohl im Bereich der Pflege als auch beim Ärzteteam stellen die fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter sicher und ermöglichen es frühzeitig, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Leitlinienempfehlungen in der Behandlungsroutine zu etablieren. Gemeinsam mit der Klinik für Kardiologie verfügt die Anästhesiologie über die volle Weiterbildungsbefugnis für die Zusatzbezeichnung „Intensivmedizin“.
Die Station ist mit einem modernen Gerätepark ausgerüstet, wodurch alle gängigen intensivmedizinischen Behandlungsverfahren inklusive kontinuierlichem Nierenersatz, aktiver Hypothermie und invasivem hämodynamischen Monitorings angeboten werden können. Ausgenommen hiervon ist lediglich der apparative Ersatz der Lungen- und/ oder Herzfunktion. Ein durchgreifend implementiertes Patient Data Management System (PDMS) ermöglicht eine hervorragende Übersicht über die komplexen Behandlungsmaßnahmen und die Behandlungsverläufe.
Um das Weaning von der maschinellen Beatmung erfolgreich gestalten zu können werden Physiotherapie und Logopädie frühzeitig zielgerichtet in die Behandlung mit eingebunden, um ein ganzheitliches Therapiekonzept anbieten zu können. Ein apparatives Sekretmanagement ist etabliert und unterstützt die Patienten im Entwöhnungsprozess maßgeblich.
Die 24h Verfügbarkeit sowohl umfangreicher Labordiagnostik als auch radiologischer Bildgebung direkt am Standort bieten beste Voraussetzungen für einen raschen, zielgerichteten Behandlungserfolg. Strukturierte Angehörigengespräche sind für uns selbstverständlich. Das Ethikkomitee unterstützt uns, um ganzheitliche Ethikfallgespräche zu ermöglichen.
Die Klinik für Anästhesiologie unterhält einen Akutschmerzdienst, der uns eine tägliche Visite bei komplexen Schmerzsituationen ermöglicht. Alle gängigen kontinuierliche Verfahren wie Patient Controlled Anesthesia- PCA, kontinuierliche Periduralanalgesie und kontinuierliche Schmerzkatheterverfahren werden routiniert angewendet. Unsere Pain Nurses unterstützen das Ärzteteam dabei zuverlässig.
Unser Ziel ist es, auf die Wünsche der Patienten bestmöglich einzugehen und gemeinsam eine Schmerzlinderung zu erreichen, um bestmögliches Wohlbefinden und Behandlungserfolg erreichen zu können. Konsiliarisch stehen wir als Schmerzmediziner auch zur Verfügung, um bei chronischen Schmerzsyndromen eine analgetische Ersteinstellung durchzuführen oder eine bereits bestehende Therapie auf Optimierbarkeit hin zu prüfen.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
gerne suchen wir den Kontakt zu unseren Zuweisern, um gemeinsam mit Ihnen die optimale Behandlung Ihrer Patienten sicherstellen zu können. Sprechen Sie uns bei Fragen, Hinweisen oder Rückmeldungen gerne persönlich an. Werktags erreichen Sie uns direkt über folgende Oberarztrufnummer: 0208-695 1632.
Wir möchten Sie bitten, dem Patienten bei Einweisung/ konsiliarischer Vorstellung, wenn möglich alle bereits vorliegenden Untersuchungsbefunde mitzugeben, um den Behandlungsbeginn zu beschleunigen und unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Insbesondere:
- Die aktuellen Laborwerte
- Befund Elektrokardiogramm
- Befund Echokardiographie
- Befund Röntgen-Thorax, Computertomographieuntersuchungen
- Letzter Arztbrief, aus dem die Vorerkrankungen hervorgehen
- Bundesmedikationsplan
- Allergiepass
- Blutgruppenbefund
- Implantate-Ausweis, v.a. bei Schrittmacher- und ICD-Aggregaten
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir stehen bei Rückfragen zu Patienten nach Verlegung in Ihr Haus gerne für Sie bereit. Auch ist die Übernahme eines Patienten zur intensivmedizinischen Versorgung oder Notfall-Operation denkbar. Bitte nehmen Sie hierzu Kontakt auf mit dem intensivmedizinisch tätigen Oberarzt unter der Notfall-Nummer: 0208-695 7383.
So können Sie direkt in Erfahrung bringen, ob die Versorgungskapazität der Ressource „Intensivtherapie“ bereits ausgelastet ist.
Allgemeine Informationen
für Patientinnen, Patienten und Angehörige
Liebe Patientinnen und Patienten,
der Kontakt zwischen Patient und Anästhesisten bedeutet in der Regel das Bevorstehen eines operativen Eingriffs. Die meisten Menschen und deren Angehörige sind in dieser Situation verständlicherweise mit großen Ängsten konfrontiert, das ist uns bewusst. Wir möchten Ihnen versichern, unser Anliegen ist es, Ihnen die Behandlung so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten. Wenn Sie etwas auf dem Herzen haben, dann sprechen Sie uns bitte umgehend an. Wir versuchen auf all Ihre Wünsche und Sorgen bestmöglich einzugehen.
Im Rahmen der prästationären Vorbereitung erhalten Sie in der Terminambulanz einen Termin zur Vorstellung beim Narkosearzt oder der Narkoseärztin. Dieses Erstgespräch, auch "Prämedikation“ genannt, dient mehrerer Ziele.
Zunächst einmal wird im Rahmen der Risikoevaluation Ihre Krankengeschichte erhoben, da viele Vorerkrankungen und Dauermedikationen direkten Einfluss auf die Planung der Narkoseleistung haben. Hierzu müssen Sie auch einen Fragebogen auf einem Tablet in der Terminambulanz ausfüllen. Keine Sorge, der Umgang mit dem elektronischen Dokument ist nicht schwer. Sollten Sie dennoch Probleme haben, dann helfen Ihnen unsere medizinischen Fachangestellten gern.
Durch das genaue Erheben Ihrer Krankengeschichte gelingt dem Narkosearzt eine Risikoeinschätzung, die für die Planung der relevanten Schritte der Narkoseleistung als auch für die postoperative Versorgung entscheidend ist. Hierfür benötigen wir Ihre Mitarbeit. Bitte legen Sie uns alle Ihnen vorliegenden Unterlagen zu Ihrer Krankengeschichte vor. Nur so erhält der Narkosearzt einen vollumfänglichen Blick für Ihre Krankengeschichte, um für Ihre optimale Sicherheit sorgen zu können. Auch Informationen bezüglich Kontaktdaten zu Angehörigen, Vorsorgevollmacht und Patiententestament sind für uns relevant.
Mit den genauen Kenntnissen Ihrer Krankengeschichte wird der Narkosearzt gegebenenfalls eine zielgerichtete körperliche Untersuchung durchführen und weitere notwendige Untersuchungen anordnen. Mit den erhobenen Befunden werden Ihnen die, für Ihren Gesundheitszustand und die anstehende Operation möglichen Narkoseverfahren vorgestellt und Ihnen dabei auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren erläutert. Gemeinsam werden wir mit Ihnen das für Sie passende Verfahren wählen.
Es folgt im Anschluss die juristisch wichtige Risikoaufklärung mit der Nennung der relevanten Risiken und Nebenwirkungen. Lesen Sie bitte vorab schon einmal das Informationsblatt, dass Ihnen einen guten Überblick über die relevanten Informationen liefert. Mit Ihrer schriftlichen Einwilligung stimmen Sie der geplanten Narkoseleistung zu.
Sollte bei Ihnen eine ambulante Operation geplant sein, ist es zwingend erforderlich, dass Sie im Rahmen des Aufklärungsgesprächs auch die Person benennen können, welche Sie am OP-Tag persönlich im Krankenhaus abholt. Auch die Betreuungsmöglichkeit zu Hause für die nächsten 24h muss eindeutig geregelt sein, da Sie vorübergehend als „nicht voll geschäftsfähig“ gelten.
Am Vorabend der Operation können Sie noch ein leichtes Abendessen zu sich nehmen. Welche Medikamente Sie weiterhin einnehmen können, welche in der Dosis angepasst werden müssen oder sogar abgesetzt werden müssen, haben Sie im Rahmen der Prämedikationssprechstunde genauestens mitgeteilt bekommen. Am Tag der Operation dürfen Sie in der Regel nicht mehr essen. Gerne können Sie weiter schluckweise klare Flüssigkeiten (auch Kaffee ohne Milch), ohne Fett oder feste Bestandteile trinken. Zwei Stunden vor Abruf in den Operationssaal sollten Sie nichts mehr trinken. Mögliche Abweichungen von dieser Regel werden wir persönlich mit Ihnen besprechen.
Nehmen Sie bitte Ihren Ausweis über Allergien oder Herzschrittmacher mit zu den Patientenunterlagen. Brille und Hörgeräte nehmen Sie bitte mit in den OP, wir benötigen dafür aber von Ihnen eine schützende Aufbewahrung. Kontaktlinsen müssen noch auf der Station entfernt werden, genauso wie jeglicher Schmuck. Zahnprothesen müssen entnommen werden und verbleiben auf Station.
Eine routinemäßige Gabe von angstlösenden Medikamenten ist weder erforderlich noch Stand der zeitgemäßen Vorbereitung. Sollten Sie dennoch den Wunsch äußern, ein Beruhigungsmittel vor Transport in den Operationsbereich erhalten zu können, kommen wir diesem bei fehlenden Kontraindikationen gerne nach.
Leitung
Markus Barnscheidt, MHBA
Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und SchmerzmedizinTeam der Klinik
Ahmed Tawfik, MBA
Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und SchmerzmedizinVladimir Volovitch
Leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin11 Uhr – 12 Uhr
18 Uhr – 19 Uhr
und individuell nach Vereinbarung
Telefon: 0208 695-297