Karl-Heinz Henschel ist noch etwas blass um die Nase. Er sitzt aufrecht in seinem Bett auf Station A4 im AMEOS Klinikum Halberstadt, als Prof. Dr. med. Martin Kruschewski, Leiter des Zentrums für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, das Zimmer betritt. Ein kurzer Blick, ein freundliches Lächeln – man kennt sich inzwischen. „Na, alles gut soweit?“, fragt der Chefarzt. Henschel nickt. „Alles gut.“ Ein kurzer Moment, wie er täglich auf Station stattfindet – und zugleich das Ergebnis eines eng begleiteten und medizinisch anspruchsvollen Behandlungsverlaufs.
Vom ersten Symptom zur Diagnose
Als sich bei Karl-Heinz Henschel im Dezember 2025 die ersten Symptome bemerkbar machten, war schnell klar, dass eine Abklärung notwendig ist. Schwarzer Stuhl – ein Hinweis auf eine mögliche Blutung im oberen Verdauungstrakt – führte ihn zunächst zum Hausarzt und anschließend zur weiterführenden Diagnostik ins AMEOS Klinikum Halberstadt. Dort folgte eine Magenspiegelung, die die Diagnose rasch bestätigte: Magenkarzinom. „Da macht man sich natürlich Gedanken“, sagt der 74-Jährige. Viel Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, bleibt aber nicht – die nächsten Schritte folgen unmittelbar.
Nach der Diagnose erfolgt das sogenannte Staging – eine umfassende Untersuchung, um die Ausbreitung der Erkrankung zu beurteilen. Neben dem eigentlichen Tumor zeigt sich dabei auch ein auffälliger Lymphknoten, der zunächst mittels einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) entfernt wird. Bei der Untersuchung des Gewebes wird ein Tumorbefall diagnostiziert. „In solchen Situationen verfolgen wir ein multimodales Therapiekonzept“, erklärt Prof. Dr. Kruschewski. Das bedeutet, zunächst eine Chemotherapie, dann die Operation und anschließend eine weitere systemische Therapie. „Das ist ein etabliertes Konzept, mit dem wir die besten Ergebnisse erzielen“, so der Chefarzt weiter. Für Henschel beginnt damit eine intensive Zeit.
Therapie mit Höhen und Tiefen
Die präoperative Chemotherapie verläuft nicht ohne Komplikationen. Während der Behandlung kommt es wiederholt zu Blutungen aus dem Tumor, sodass mehrere endoskopische Eingriffe zur Blutstillung erforderlich sind. Zusätzlich erhält Henschel einen Herzschrittmacher. Die Therapie hinterlässt körperliche Spuren: Er verliert deutlich an Gewicht, bleibt aber während der ganzen Zeit optimistisch. Was ihm unter anderem hilft, ist die Atmosphäre auf der Station. „Ich war mit allen zufrieden – mit den Schwestern und mit den Ärzten. Ich kann wirklich nicht meckern“, sagt Karl-Heinz Henschel. „Man merkt einfach, dass sich gekümmert wird.“
Ein Aspekt, der sich durch den gesamten Behandlungsverlauf zieht, ist das Vertrauen zwischen ihm und Prof. Dr. Kruschewski. „Das Vertrauen zum Arzt ist das Wichtigste“, sagt Henschel. „Und das war von Anfang an da.“ Für ihn ist entscheidend, dass medizinische Zusammenhänge verständlich erklärt werden – ohne Distanz und unnötige Komplexität. „Man kann ganz normal reden, Fragen stellen und bekommt alles erklärt“, beschreibt er die Gespräche mit Prof. Dr. Kruschewski. Auch für den Chefarzt ist das ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit: „Gerade bei komplexen Erkrankungen ist es wichtig, dass Patienten verstehen, was und warum wir etwas tun.“
Operativer Eingriff und schnelle Erholung
Nach der Chemotherapie erfolgt Anfang April die Operation. Dabei entfernen Prof. Dr. Kruschewski und sein Team den Magen vollständig und entnehmen zahlreiche Lymphknoten. Der Eingriff dauert rund drei Stunden und verläuft ohne Komplikationen. „Ziel ist eine vollständige Tumorentfernung“, erläutert der Arzt. „Also kein nachweisbares Tumorgewebe im Körper zu belassen.“ Die feingewebliche Untersuchung liefert ein positives Ergebnis: Alle 55 entnommenen Lymphknoten sind tumorfrei. „Das ist ein sehr gutes Resultat“, so Prof. Dr. Kruschewski. „Auch wenn sich nicht eindeutig sagen lässt, welchen Anteil die Chemotherapie daran hatte.“
Eine Woche nach der Operation ist Herr Henschel bereits erstaunlich mobil. „Ich hatte einen Tag nach der OP schon fast keine Schmerzen mehr“, sagt er. „Das hätte ich so nicht gedacht.“ Statt langer Einschränkungen kann er früh wieder trinken und essen. Auch das gehört zum Behandlungskonzept der Klinik. „Wir versuchen, Patienten so schnell wie möglich wieder in die Normalität zu bringen“, erklärt Zentrumsleiter Kruschewski.
„Ich würde jederzeit wiederkommen“
Langfristig bringt die Operation jedoch ein paar Veränderungen mit sich. Zum Beispiel kann Vitamin B12 ohne Magen nicht mehr über die Nahrung aufgenommen werden und muss regelmäßig substituiert werden. Auch das Gewicht muss der 74-Jährige jetzt halten.
Für Karl-Heinz Henschel steht vor allem eines im Vordergrund: seine Erfahrung im Klinikum.
„Ich würde jederzeit wieder hierherkommen“, sagt er. „Ich bin mit den Ärzten und der Betreuung zufrieden – das hat alles gepasst“, sagt er. Und ergänzt mit einem Lächeln: „Du musst Vertrauen haben – und das hatte ich hier vom ersten Moment an.“
