Endometriose ist eine gutartige, chronische Erkrankung, bei der Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Die Gewebezellen siedeln sich häufig an den Eierstöcken, am Bauchfell oder an Organen wie Darm und Blase an. Da die Wucherungen während der Menstruation nicht abfließen können, führt dies zu Entzündungen, Verwachsungen und starken Schmerzen. Endometriose ist eine der häufigsten Unterleibserkrankungen bei Frauen und kann die Lebensqualität massiv einschränken. Betroffen sind rund zehn Prozent aller Frauen, wobei davon ausgegangen wird, dass die Dunkelziffer noch viel höher liegt. Oft dauert es Jahre, bis die Erkrankung diagnostiziert wird.
Neuburger Chefarzt ist ausgewiesener Endometriose-Experte
Der neue Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg Dr. medic Claudiu Fagadar ist als ausgewiesener Experte im Bereich Endometriose (ENDO II der Arbeitsgemeinschaft Endometriose) zertifiziert. Sein Ziel ist eine kompetente, flächendeckende Versorgung der Patientinnen, die unter Endometriose leiden.
„Der Verlauf der Erkrankung ist sehr unterschiedlich. Viele Betroffene leiden unter massiven Schmerzen, wohingegen andere gar keine Symptome oder Einschränkungen aufweisen. Erstere haben häufig einen langen Leidensweg hinter sich, bis die Diagnose gestellt wird. Durch individuell angepasste Behandlungsmöglichkeiten und eine ausführliche Aufklärung über die Erkrankung helfen wir, die Symptome zu behandeln“, betont Dr. medic Claudiu Fagadar, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg.
Die Beschwerden sind vielfältig
Die Beschwerden sind sehr vielfältig und unspezifisch, sie reichen von starken Unterleibs- und Menstruationsschmerzen über Schmerzen bei Intimität bis hin zu Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang. „Symptome können auch Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden oder ein unerfüllter Kinderwunsch sein“, so Dr. medic Claudiu Fagadar, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg.
Sommerhitze – eine Herausforderung für Betroffene
Hohe Temperaturen belasten den Körper und können zu Kreislaufproblemen, Erschöpfung oder Schlafstörungen führen. Hitze kann die Regelblutung verstärken, da sie die Gefäße erweitert. Bei einer stärkeren Durchblutung der Endometrioseherde können sich die Schmerzen noch verschlimmern und auch der Hitzestress kann dazu führen, dass Schmerzen stärker wahrgenommen werden.
Die Behandlung ist individuell
Endometriose ist bis heute leider nicht heilbar, die Erkrankung lässt sich jedoch in den meisten Fällen sehr gut behandeln. Die Therapie wird individuell auf die Beschwerden, den Kinderwunsch, das Alter und das Ausmaß der Erkrankung abgestimmt. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und – wenn gewünscht – die Fruchtbarkeit zu erhalten oder zu fördern. Die medikamentöse Therapie umfasst häufig eine Hormonbehandlung, um das Wachstum der Endometrioseherde zu hemmen. Ist eine Operation erforderlich, erfolgt diese in der Regel minimalinvasiv mittels Bauchspiegelung. Dabei werden Endometrioseherde und Verwachsungen möglichst vollständig entfernt, um Schmerzen zu reduzieren und die Funktion der betroffenen Organe wiederherzustellen.
Ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzepts ist zudem eine individuell angepasste Schmerztherapie. „Hier arbeiten wir eng mit unserem interdisziplinären Schmerzzentrum zusammen, um Patientinnen mit chronischen oder ausgeprägten Schmerzen eine optimale Betreuung anzubieten. Ergänzend können physiotherapeutische Behandlungen, insbesondere zur Behandlung von Beckenboden- und Muskelverspannungen, sowie eine entzündungshemmende Ernährung und eine qualifizierte Ernährungsberatung die Beschwerden nachhaltig lindern. Bei Bedarf unterstützen wir unsere Patientinnen außerdem durch psychosoziale Beratung und begleiten sie langfristig im Umgang mit der chronischen Erkrankung“, betont Dr. medic Claudiu Fagadar.
