Anlässlich des Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni macht das AMEOS Klinikum Bremen auf die Bedeutung frühzeitiger Hilfe bei Suchterkrankungen aufmerksam. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland bewegt sich weiterhin auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Im Jahr 2024 starben bundesweit 2.137 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen. Besonders alarmierend ist dabei der Anstieg der Todesfälle bei jungen Menschen unter 30 Jahren.
Suchterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und betreffen Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten. Neben den körperlichen Folgen führen sie häufig auch zu schweren psychischen Begleiterkrankungen wie Depressionen, Psychosen oder Persönlichkeitsstörungen. Viele Betroffene geraten in einen Kreislauf aus Abhängigkeit, sozialem Rückzug und gesundheitlicher Verschlechterung.
„Eine Suchterkrankung ist weit mehr als ein mangelnder Wille, mit dem Konsum aufzuhören“, erklärt Katrin Rautenberg, Stv. Chefärztin am AMEOS Klinikum Bremen, einer Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. „Durch die Wirkung von Drogen verändern sich wichtige Belohnungs- und Steuerungsmechanismen im Gehirn. Mit zunehmender Dauer der Abhängigkeit wird es für Betroffene immer schwieriger, ohne die Substanz Wohlbefinden oder Entspannung zu erleben.“
Viele suchtkranke Menschen versuchen zunächst, ihren Konsum eigenständig zu beenden. Doch insbesondere bei einer fortgeschrittenen körperlichen und psychischen Abhängigkeit sind die Entzugssymptome häufig so ausgeprägt, dass professionelle Unterstützung erforderlich wird. Im AMEOS Klinikum Bremen steht hierfür eine spezialisierte Station für Abhängigkeitserkrankungen zur Verfügung.
Die qualifizierte Entzugsbehandlung umfasst neben der medizinischen Begleitung auch psychotherapeutische Einzel- und Gruppengespräche sowie die Behandlung möglicher körperlicher und psychischer Begleiterkrankungen. Ziel ist es, den Patientinnen und Patienten einen sicheren und nachhaltigen Weg in ein suchtmittelfreies Leben zu ermöglichen.
„Der stationäre Entzug bietet die besten Voraussetzungen, um körperliche Entzugssymptome zu lindern und gleichzeitig die psychischen Ursachen und Folgen der Abhängigkeit zu behandeln“, so Katrin Rautenberg.
Neben der Behandlung spielt auch die Prävention eine wichtige Rolle. Suchterkrankungen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Ein stabiles soziales Umfeld, offene Gespräche über Probleme und eine frühzeitige Inanspruchnahme von Beratungs- und Hilfsangeboten können entscheidend dazu beitragen, eine Abhängigkeit zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen.
„Der beste Schutz vor einer Suchterkrankung ist ein Umfeld, das hinschaut und Unterstützung anbietet, bevor sich Probleme verfestigen“, betont die Medizinerin.
Der Internationale Weltdrogentag erinnert jährlich daran, die Situation suchtkranker Menschen stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken und bestehende Hilfsangebote bekannter zu machen. Das AMEOS Klinikum Bremen unterstützt Betroffene und Angehörige mit einem umfassenden suchtmedizinischen und psychiatrischen Behandlungsangebot.
