Abklärung bei Verdacht auf Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Eine sorgfältige und umfassende Abklärung ist die Grundlage für eine verlässliche Diagnose und ein passendes Unterstützungskonzept.
Die ASS-Abklärung in unserer Praxis umfasst in der Regel vier bis fünf Sitzungen von jeweils 60 bis 90 Minuten. In gewissen Fällen (bspw., wenn viele Vorberichte und Vordiagnosen bestehen) können zusätzliche Termine notwendig sein. Uns ist wichtig, keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen, sondern die diagnostische Einschätzung auf einer gründlichen und fundierten Basis zu treffen.
Im Verlauf der Abklärung erfolgt eine ausführliche Anamnese, in der wir gemeinsam verschiedene Lebensbereiche, die aktuelle Lebenssituation, Entwicklung seit der Kindheit sowie bisherige Behandlungsbefunde besprechen. Anschliessend werden spezifische diagnostische Verfahren eingesetzt. Dazu gehören ein halbstrukturiertes Interview nach entsprechenden diagnostischen Kriterien, standardisierte Fragebogen sowie testpsychologische Verfahren.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der ASS-Abklärung ist die Erhebung einer ausführlichen Fremdanamnese durch Bezugspersonen (z. B. Eltern oder andere enge Bezugspersonen). So kann ein möglichst vollständiges Bild über die Entwicklung und das aktuelle Funktionsniveau gewonnen werden.
Falls vorhanden, berücksichtigen wir frühere Berichte, Schul- oder Arbeitszeugnisse sowie allfällige Vorabklärungen, um die diagnostische Einschätzung zu ergänzen und zu vertiefen.
Nach Abschluss der diagnostischen Gespräche und Tests findet eine Nachbesprechung statt, in der die Ergebnisse anhand eines Berichts sowie mögliche nächste Schritte besprochen werden. Eine weiterführende psychotherapeutische oder psychosoziale Begleitung ist – je nach Kapazität des therapeutischen Teams und individuellem Bedarf – ebenfalls möglich.