Suchtmedizin und Psychotherapie
Im Zentrum für Suchtmedizin und Psychotherapie im AMEOS Klinikum Hildesheim werden Patientinnen und Patienten zwischen dem 18. und ca. 65. Lebensjahr behandelt, die unter einer substanzbezogenen Abhängigkeit leiden. Getrennt nach Alkohol-/Medikamentenmissbrauch und der Abhängigkeit von illegalen Drogen findet die Behandlung sowohl im offenen als auch im geschützten Rahmen statt.
Der suchtmedizinische Bereich arbeitet mit verschiedenen Therapieformen und -methoden. Die lösungsorientierte Beratung ist Basis für die gesamte Behandlung. Ein Schwerpunkt liegt bei der Motivation zu weiterführenden Maßnahmen, wie z.B. Langzeittherapie, ambulante Therapie, Intervalltherapie und Selbsthilfegruppe. Ein weiterer Kernbereich liegt in dem Wiedererlernen der sinnvollen Organisation des Tages- und Wochenablauf sowie der Freizeitgestaltung.
Die Dauer des Aufenthaltes im Bereich der „Alkoholentgiftung“ beträgt meist zwei Wochen. Von illegalen Drogen abhängige Patientinnen und Patienten werden in der Regel zwischen zwei und vier Wochen stationär behandelt. Das Zentrum für Suchtmedizin und Psychotherapie verfügt über stationäre Angebote sowie eine teilstationäre suchtmedizinische Tagesklinik. Die Möglichkeit der ambulanten Behandlung innerhalb der suchtmedizinischen Institutsambulanz rundet das Behandlungsangebot ab.
Zentrumsstruktur
Die suchtmedizinische Tagesklinik ist eine teilstationäre Einrichtung zur Behandlung von Menschen mit einer Abhängigkeitsproblematik. Hier werden Patient*innen behandelt, die einer vollstationären Behandlung noch nicht oder nicht mehr bedürfen und für die eine ambulante Behandlung nicht ausreichend ist. Die suchtmedizinische Tagesklinik stellt eine besondere Behandlungsform dar, weil die Patient*innen sich tagsüber in der Tagesklinik aufhalten und abends, nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen die erlernten Inhalte umsetzen und erproben können.
Die Behandlung in den Tageskliniken erfolgt durch ein multiprofessionelles Team aus Ärzt*innen, Psycholog*innen, Pflegefachmännern und Pflegefachfrauen, Sozialpädagog*innen, Sozialarbeiter*innen, Ergotherapeut*innen sowie Körper- und Physiotherapeut*innen.
Die Patient*innen unserer Tageskliniken können alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten des Krankenhauses nutzen.
Eine Tagesklinik ist die richtige Anlaufstelle, wenn:
- die Symptome so stark ausgeprägt sind, dass eine ambulante Therapie nicht mehr ausreicht
- die Symptome noch nicht so stark ausgeprägt sind, dass eine vollstationäre Behandlung notwendig ist
- durch die teilstationäre Behandlung ein vollstationärer Krankenhausaufenthalt vermieden werden kann
- Sie erhebliche Schwierigkeiten in der Lebensbewältigung haben
- Ihre Tagesstruktur deutlich nachgelassen hat
- Sie das Gefühl haben, nichts mehr zu schaffen
- Sie sich massiv von anderen zurückziehen
Unsere Psychiatrische Institutsambulanz bietet fachärztliche und psychologische Diagnostik, Beratung und Behandlung für Menschen mit unterschiedlichen psychischen Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem Depressionen, Angststörungen, ADHS, Abhängigkeitserkrankungen und psychische Krisen.
Ein besonderer Schwerpunkt ist die ADHS-Diagnostik und -Behandlung im Erwachsenenalter. Hierfür stehen speziell qualifizierte Therapeutinnen und Therapeuten zur Verfügung. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt im Rahmen unseres ambulanten Angebotes und ist für gesetzlich Versicherte ohne zusätzliche Kosten möglich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Suchtmedizin. Wir beraten und behandeln Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und berücksichtigen dabei auch begleitende psychische Erkrankungen.
Unser multiprofessionelles Team aus Fachärztinnen und Fachärzten, Psychologinnen und Psychologen sowie weiteren therapeutischen Berufsgruppen bietet neben psychiatrischer Diagnostik und medikamentöser Behandlung auch stabilisierende Gespräche, Kriseninterventionen sowie Einzel- und Gruppenangebote an.
Auch nach einem stationären psychiatrischen Aufenthalt oder wenn eine andere ambulante Behandlung nicht zeitnah zur Verfügung steht, können wir nach vorheriger Absprache die psychiatrische Versorgung übernehmen oder überbrücken.
Sie müssen nicht bereits wissen, welche Behandlung Sie benötigen. Sprechen Sie uns an – gemeinsam klären wir, welches Angebot für Sie passend ist.
Die Suchtmedizinische Institutsambulanz befindet sich in der Kaiserstraße 25 - 27 in Hildesheim.
Öffnungszeiten:
Mo bis Fr: 08:00 - 15:00 Uhr
und nach Vereinbarung
Kontakt:
Tel.: 05121 88070-10
Bereich S1 (Geschützter Entzug von Alkohol und Medikamenten)
Der Bereich S1 im Zentrum für Suchtmedizin und Psychotherapie ist ein geschlossener, vollstationärer Bereich für volljährige Patientinnen und Patienten bis zum 60. Lebensjahr. Das Behandlungsangebot beinhaltet unter anderem die Voll- und Teilentgiftung und richtet sich an Patientinnen und Patienten mit psychischen Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen sowie Patientinnen und Patienten mit chronischen Suchterkrankungen, Doppeldiagnosen und fortgeschrittenen hirnorganischen Wesensänderungen. Der Bereich S1 ist primär darauf ausgerichtet Menschen mit Suchterkankungen in akuten Krisen aufzufangen. Wir begegnen unseren Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe und sprechen Behandlungsziele spwie den multiprofessionellen Behandlungsplan gemeinsam mit unseren Patientinnen und Patienten ab.
Ausstattung des Bereichs S1
- 19 Behandlungsplätze
- Gemütlicher Aufenthaltsbereich
- barrierefreie und behindertengerechte Badezimmer
- Bereichsinterner Ergotherapieraum
Behandlungsziele
- Voll- und Teilentgiftung
- Sicherung des Überlebens durch Reduktion des Konsums
- Stabilisierung und Besserung des Gesundheitszustandes
- Verbesserung der Lebensqualität durch die Stabilisierung des Gesundheitszustandes
- Gesicherte Überleitung in eine Therapieeinrichtung
- Rückkehr und Eingliederung in ein ambulant betreutes Wohnen und in das Arbeitsleben
- Ambulante Nachbetreuung bzw. Weitervermittlung an externe Träger und Selbsthilfegruppen
Bereich S2 (Behandlung von psychotischen Störungen und Sucht)
Der Bereich S2 des Zentrums für Suchtmedizin und Psychotherapie unterteilt sich in einen vollstationären und teilstationären offenen Bereich. Es werden Patientinnen und Patienten mit Doppeldiagnosen wie Schizophrenie, schizoaffektiver oder drogeninduzierter Psychose mit begleitenden Suchtproblematiken behandelt. Ebenso ist der Bereich S2 auf Patientinnen und Patienten mit psychischen Verhaltensstörungen aufgrund von psychotropen Substanzen spezialisiert. Das besondere Programm GOAL (Gesund ohne Abhängigkeit leben) unterstützt Patientinnen und Patienten auf ihrem Weg in ein Leben ohne Suchterkrankungen.
Ausstattung des Bereich S2
- 24 vollstationäre Behandlungsplätze sowie drei tagesklinische Betten
- Vollstationär und Teilstationär
Behandlungsziele
- Rückfallprävention
- Suchtmittelfreie Lebensführung
- Fähigkeiten und Skills gezielt einsetzen gegen den Suchtdruck
- Förderung der Motivation zur Abstinenz
Bereich S3 (Entzug von illegalen Substanzen)
Der Bereich S3 im Zentrum für Suchtmedizin und Psychotherapie bietet einen qualifizierten Entzug von Patientinnen und Patienten mit Abhängigkeiten von illegalen Substanzen. Es handelt sich um einen offenen, vollstationären Bereich für volljährige Patientinnen und Patienten bis zum 60. Lebensjahr. Das Behandlungsangebot beinhaltet eine Voll- und Teilentgiftung von Patientinnen und Patienten mit psychischen Verhaltensstörungen durch illegale Substanzen wie z.B. Opiate, Kokain, Amphetamine und Cannabis sowie die Behandlung von komorbiden Störungen wie Angststörungen, AD(H)S und Traumafolgestörungen.
Ausstattung des Bereichs S3
- 14 Behandlungsplätze
- Einen gemütlichen Aufenthaltsraum
- Terrasse und Innenhof mit Sitzmöglichkeiten
- Barrierefrei
Behandlungsziele
- Voll- und Teilentgiftung
- Rückkehr und Eingliederung in eine gesicherte Substitution
- Umstellung eines Substitutes
- Verbesserung des somatischen Allgemeinzustandes
- Gesicherte Überleitung in eine Therapieeinrichtung
- Rückkehr und Eingliederung in ein betreutes Wohnen
- Rückkehr und Eingliederung in das Arbeitsleben
- Anbindung an das ambulante Suchthilfesystem
In unserer Substitutionsambulanz in der Kaiserstraße 25 – 27 in Hildesheim bieten wir Menschen mit einer Opioidabhängigkeit eine substitutionsgestützte Behandlung und medizinische Begleitung an. Sowohl Patientinnen und Patienten, die sich erstmals über eine Substitution informieren möchten, als auch Menschen, die bereits substituiert werden, können sich an unser Team wenden.
Unser Ziel ist eine verlässliche, niedrigschwellige und individuell abgestimmte Versorgung. Die Behandlung erfolgt durch ein erfahrenes Team aus Ärztinnen und Ärzten, medizinischen Fachangestellten und dem Sozialdienst. Die Vergabe der Substitutionsmedikamente ist täglich und auch an Wochenenden gewährleistet.
Dabei ist uns eine gute Zusammenarbeit mit den bereits behandelnden Hausärztinnen und Hausärzten sowie anderen niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen wichtig. Bei Bedarf stimmen wir die weitere Versorgung gemeinsam und individuell auf die Situation der Patientinnen und Patienten ab.
Wenn Sie Fragen zur Substitutionsbehandlung haben oder sich zunächst unverbindlich über die Möglichkeiten informieren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Auch zuweisende Ärztinnen und Ärzte können sich bei Fragen zur Behandlung oder Zusammenarbeit jederzeit an unser Team wenden.
Telefon: 05121-88070-20